Warum die TCM so individuell ist
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt der bekannte Grundsatz: „Dieselbe Krankheit, unterschiedliche Behandlungen – unterschiedliche Krankheiten, dieselbe Behandlung.“ Das klingt paradox, ist aber genau der Kern der TCM: Die Behandlung basiert nicht auf einer westlichen Diagnosebezeichnung, sondern auf der Grundlage der…Patronedas darunter liegt.
Gleiche Beschwerde, unterschiedliche Muster
Beispielsweise können zwei Personen beide unter Kopfschmerzen leiden. Bei der einen handelt es sich um einen drückenden Schmerz in der Stirn, der sich bei Müdigkeit verstärkt – ein Zeichen für Energiemangel und Durchblutungsstörungen. Bei der anderen Person hingegen ist es ein pochender Schmerz an den Schläfen, der sich bei Stress verschlimmert – ein Zeichen für ein erhöhtes Leber-Yang.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Muster. Das eine erfordert nährende und stärkende Maßnahmen, das andere beruhigende und abwärtsgerichtete Prozesse. Deshalb erhält man manchmal für „dieselbe Beschwerde“ völlig unterschiedliche Rezepturen, Behandlungen oder Ernährungsempfehlungen.
Unterschiedliche Beschwerden, ein zugrunde liegendes Muster
Umgekehrt lassen sich ganz unterschiedliche Beschwerden auf ein einziges Muster zurückführen. Nehmen wir jemanden mit leichtem Schwindel, trockenen Augen, Schlafstörungen und einem unregelmäßigen Zyklus. Auf den ersten Blick scheinen dies separate Probleme zu sein, doch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) sieht hier einen gemeinsamen Nenner: einen Mangel an Blut und Yin in Leber und Herz.
In einem solchen Fall kann ein gut gewählter Ansatz der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) – beispielsweise einer, der sich auf die Stärkung von Blut und Yin konzentriert – mehrere scheinbar voneinander unabhängige Beschwerden gleichzeitig ausgleichen.
Praktischer Wert
Genau aus diesem Grund legt die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) so großen Wert auf Anamnese, Puls- und Zungendiagnose sowie Fragen zu Schlaf, Emotionen, Verdauung und Menstruation. Die Bezeichnung der Beschwerde ist weniger wichtig als das Gesamtbild der Symptome. Dies führt zur jeweils passendsten Behandlung – die sich bei ein und derselben Beschwerde manchmal stark unterscheidet und bei ganz unterschiedlichen Beschwerden mitunter überraschend ähnlich ist.
